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Aus der Geschichte
Wallerfangens
In der reizvollen Landschaft des
Saarlouiser Beckens am Fuße des Limberges, zwischen der 'heimlichen
Hauptstadt des Saarlandes', Saarlouis und Dillingen, liegt Wallerfangen.
Wallerfangen hat rund 5.000 Einwohner und ist durch die nahe Autobahn A8/A620
gut zu erreichen.
Bereits im Jahre
962 wurde Wallerfangen als 'Uualdevinga' erstmals urkundlich erwähnt. Im 16.
Jahrhundert war 'Walderfingen', wie es inzwischen hiess, Hauptort der
Deutschen Ballei Lothringens, also Festungsstadt, mit Stadtrechten,
Assisengericht, Märkten, Zünften und Bruderschaften, bevor 1680 Saarlouis
gegründet wurde.
1791 siedelte sich die Steingutfabrik Villeroy & Boch in Wallerfangen an
und verhalf dem Ort zu wirtschaftlichem Aufschwung. 140 Jahre lang wurde in
Wallerfangen Steingut, Steinzeug und Porzellan hergestellt. Viele in- und ausländischen
Sammler treffen sich auf der Adolphshöhe jährlich am ersten Sonntag im Juli
zum Keramikflohmarkt rund um das Heimatmuseum.
Der Gutsbesitzer
und Teilhaber an der Steingutfabrik, Nikolaus Adolph de Galhau, trat durch
besonderes soziales Engagement hervor. U.a. war die Verbesserung der
schulischen Verhältnisse Wallerfangens sein Ziel. Ab 1860 initiierte er auf
familieneigenem Gelände - im südlichen Bereich des Ortes - eine geordnete städtebauliche
Erweiterung. Zentrum wurde ein Rathausneubau mit Festplatz und drei seitlich
angeordnete Schulhäuser. Baubeginn war 1864, Fertigstellung 1874. Die neuen
Strassen erhielten Namen von weiblichen Familienmitgliedern:Alicen-, Esther-,
Gabrielen- und Louisenstrasse.
In der Nähe
Wallerfangens gab es bereits in der Römerzeit Kupferbergwerke, in denen das 'Wallerfanger
Blau' (Azurit) gefördert wurde. Damals war dies wertvoller als Gold.
Vermutungen lassen es zu, dass Dürer und andere grosse italienische
Renaissancemaler mit 'Wallerfanger Blau' gemalt haben.

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